Baugrund und Klima
Baugrund und Klima in Neuhaus (Oste)
Der Baugrund in Neuhaus ist Marsch, und das bestimmt jedes Bauvorhaben. Der Flecken liegt sehr niedrig, rund zwei Meter über Normalnull, der Untergrund im Mündungsgebiet der Oste ist weich und setzungsempfindlich, und der Grundwasserstand ist hoch. Dass die Lage eine eigene Sprache spricht, zeigt die Siedlungsgeschichte: Schon um 1000 nach Christus wurde hier auf künstlich aufgeworfenen Wohnhügeln, den Wurten, gesiedelt, und die heutige Deichstraße besteht aus ehemaligen Wurten. Für das Bauen heißt das zuerst, die Gründung gehört in die Hand der Statik und nicht in eine Faustregel. Die Lasten müssen gleichmäßig in den weichen Untergrund geführt werden, damit sich ein Bauwerk nicht ungleich setzt und sich später keine Risse zeigen. Bei dem hohen Grundwasser ist außerdem die Abdichtung der erdberührten Bauteile entscheidend, denn Wasser drückt dauerhaft gegen Bodenplatte und Sockel. Hinzu kommt, dass Neuhaus hochwasser- und sturmflutexponiert ist, mit dokumentierten Deichbrüchen bei der Weihnachtsflut 1717 und der Februarflut 1825, weshalb Hochwasserschutz über Deiche, das Ostesperrwerk von 1967 und ein Schöpfwerk von 1936 erfolgt. Dazu kommt das Küstenklima mit Schlagregen und Wind. Schlagregen meint Niederschlag, den der Wind mit Druck gegen die Fassade treibt. Deshalb sind wetterfestes, klinkersichtiges Mauerwerk sowie ein durchdachter Wetterschutz von Anfang an wichtig.