Bausubstanz
Bausubstanz und regionale Bauweise
Schiffdorf ist vorstädtisch und ländlich geprägt, mit Wohngebieten, Landwirtschaft, erneuerten Dorfkernen und historischen Bauten. Als Geest- und Umlandstandort von Bremerhaven verbindet sich dörfliche Bebauung mit wachsenden Wohn- und Gewerbeflächen, der Altbestand reicht vom alten Bauernhaus und der Hofstelle bis zum massiven Klinkerhaus. Wie im gesamten norddeutschen Küstenraum ist hier schlagregensicheres, klinkersichtiges Mauerwerk verbreitet, also ein zweischaliger Aufbau, bei dem eine wetterfeste Außenschale die tragende Innenschale vor Feuchte und Wind schützt. Im Neubau setzen wir genau darauf, weil es sich im hiesigen Klima über Generationen bewährt hat: pflegearm, langlebig und wetterfest. Beim Anbau ist der Übergang zum Bestand das zentrale Thema, denn Alt und Neu setzen sich unterschiedlich, gerade dort, wo der feste Geestboden in feuchtere Niederungslagen wechselt. Diesen Anschluss planen wir statisch und gestalterisch so, dass kein Riss und keine Feuchtebrücke entsteht. In der Sanierung steht die ehrliche Aufnahme am Anfang: Wir prüfen die vorhandene Substanz auf Feuchte, frühere Umbauten und verdeckte Schäden, bevor wir instand setzen. Alte Mauern ohne moderne Abdichtung können auf der Geest Bodenfeuchte ziehen, und Jahrzehnte Schlagregen haben an Fassade, Fugen und Holzanschlüssen gearbeitet. Material und Aufbau wählen wir so, dass sie zur historischen Substanz passen, statt sie dicht einzupacken.