Was ist eine Kelleraußenabdichtung?
Eine Kelleraußenabdichtung liegt auf der Erdseite der Kellerwand. Sie hält Wasser aus dem Boden von der Wand fern, bevor es in das Mauerwerk eindringt. Im Bestand heißt das: Die Wand wird außen freigelegt, gereinigt und geprüft, Fehlstellen werden vorbereitet. Dann folgen die neue Abdichtung, ihre Anschlüsse und das fachgerechte Verfüllen der Baugrube.
Am Anfang steht die Ursache. Remmers nennt als Grundlage der Planung eine Voruntersuchung, die die Ursachen der Schäden bestimmt. Die Wassereinwirkung auf die Wand wird nach DIN 18533 festgestellt.
Welche vorhandenen Schichten können bleiben?
Remmers verlangt vor einer nachträglichen Außenabdichtung die Beurteilung von Art und Beschaffenheit der alten Abdichtung. Bei Bitumen muss der feste Verbund zum Untergrund geprüft werden. Lose und haftungsmindernde Bestandteile werden entfernt; das vollständige Abtragen der alten Schicht ist nach dieser Herstellerdarstellung nicht erforderlich. Damit ist weder jeder schwarze Anstrich als Bitumen identifiziert noch jede alte Abdichtung zur Überarbeitung freigegeben.
Der Wand-Sohlen-Anschluss ist eine ausdrückliche Ausnahme. Remmers beschreibt dort wegen der höheren Feuchtebelastung den Rückbau bis zum mineralischen Untergrund und eine Vordichtung mit Hinterfeuchtungsschutz. Für den Verbund zwischen neuer und alter Abdichtung wird MB 2K als Haftbrücke genannt, die Außenabdichtung lässt sich im System auch mit anderen MB-Produkten ausführen. Diese Variante gehört zur Auswahl anhand des vorhandenen Untergrunds.
Fläche, Rohr und Bewegungsfuge trennen
Eine zusammenhängende Fläche ist nicht die einzige Abdichtungsaufgabe. Für Rohrdurchführungen beschreibt Remmers einen mit Rohr und Untergrund verklebten Rohrflansch, geprüft bis zu 5 m Wassersäule. Vorhandene Bewegungsfugen brauchen trotz rissüberbrückender Flächenprodukte eine besondere Lösung mit Fugenband und Bewegungszone. Deshalb sollte im Auftrag sichtbar sein, welche Durchdringungen und Gebäudefugen mitbearbeitet werden. Nur zusätzliche Beschichtung auf der Wand ersetzt diese Details nicht.
Warum die Ausschachtung ein eigener Arbeitsschritt ist
Der Baustein C 467 der BG BAU fordert vor Ausschachtungen die Erkundung von Baugrund, vorhandenen Fundamentunterkanten und Standsicherheit. Auch Kräfte aus Gewölben oder Rahmen gehören zur Prüfung. In den Unterlagen werden die notwendigen Angaben zusammengeführt, bereits vorhandene Risse werden dokumentiert. Für den Bauherrn bedeutet das: Die nötige Arbeitstiefe kann nicht aus einem Innenfoto der feuchten Kellerwand abgeleitet werden.
Die BG BAU benennt die Bodenaushubgrenze als Grundlage zum Erhalt der Fundamentstandsicherheit. Freischachten bis zur Fundamentunterkante oder tiefer ist nach dem beschriebenen Vorgehen ausgeschlossen. Werden diese Grenzen nicht eingehalten, sind gesonderte Verbau- und Verformungsnachweise sowie die Bewertung möglicher Setzungen erforderlich. Das sind Planungsaufgaben, keine Anweisung für eigenständige Erdarbeiten. Das beschriebene Vorgehen setzt zudem bestimmte Gründungen, Lasten, Boden- und Grundwasserverhältnisse voraus. Ob diese Voraussetzungen am Gebäude vorliegen oder weitere Sicherungen nötig sind, muss die Fachplanung prüfen.
Auch die Ausführung wird begleitet: C 467 nennt einen während der Arbeiten anwesenden Bauleiter oder fachkundigen Vertreter und die dokumentierte Kontrolle von Setzungen sowie gegebenenfalls Verschiebungen. Der Baufortschritt wird arbeitstäglich dokumentiert. Diese Anforderungen zeigen, weshalb Zugang, Baugrund und Gründung ebenso in den Sanierungsumfang gehören wie das Abdichtungsmaterial.
Wie lässt sich das Angebot beurteilen?
Vergleichen Sie nicht nur die Quadratmeter der neuen Beschichtung. Fragen Sie nach der Untersuchung alter Schichten, den bearbeiteten Anschlüssen und der Verantwortung für die Erdarbeiten. Ein Angebot ohne benannte Durchdringungen lässt einen wesentlichen Teil offen. Eine kosmetische Innenrenovierung und eine Außenabdichtung sind außerdem verschiedene Aufgaben. Vom zugänglichen Grundstück aus können Sie Außenbeläge und bekannte frühere Arbeiten benennen; das Freilegen bleibt Facharbeit.
Häufige Fragen zur Kelleraußenabdichtung
Wird der Keller durch eine Außenabdichtung trocken?
Die Außenabdichtung schützt die Wand gegen Wasser von außen. Feuchte, die schon im Mauerwerk steckt, trocknet danach nur langsam aus. Steigt Feuchte im Mauerwerk kapillar auf, braucht es zusätzlich eine Horizontalsperre. Putz oder Farbe auf der Innenseite lösen diese Aufgabe nicht.
Ist Abdichten dasselbe wie Isolieren?
Im Sprachgebrauch heißt beides oft Isolierung. Eine Abdichtung hält Wasser vom Bauteil fern, eine Dämmung verringert den Wärmeverlust. Soll die Kellerwand außen zusätzlich gedämmt werden, gehört das in dieselbe Planung, und der Dämmstoff muss für den Einsatz im Erdreich geeignet sein.
Kann man den Keller von außen selbst abdichten?
Das Freilegen der Wand ist der heikle Teil. Die BG BAU verlangt vor Ausschachtungen neben Gebäuden die Erkundung von Baugrund, Fundamentunterkanten und Standsicherheit. Graben Sie deshalb nicht selbst rundum frei, sondern lassen Sie Abdichtung und Erdarbeiten mit klaren Zuständigkeiten planen.
Wer bei Appiarius an Ihrem Keller arbeitet
Für Arbeiten an Kellerwand und Mauerwerk stellt die Seite Über uns unsere Maurer und die Bauleitung vor. Fotos aus Bestandsarbeiten, etwa einer Sanierung in Otterndorf, finden Sie bei den Referenzen.
Kelleraußenabdichtung anfragen
Nennen Sie Objektort, betroffene Wandseite und vorhandene Unterlagen zu früheren Abdichtungen. Ein Innenfoto und eine Außenansicht helfen für den Einstieg über unsere Kontaktseite. Die Untersuchung am Gebäude legt den weiteren Umfang fest.
