Eine R-Gruppe für beschuhte Nutzung lässt sich nicht automatisch in eine ABC-Barfußklasse übersetzen. Benennen Sie daher, ob die Fliesen mit Schuhen, barfuß oder auf beide Arten genutzt werden. Für die Produktauswahl werden die passenden Nachweise gelesen und Anforderungen am konkreten Vorhaben bestimmt.
Die Nutzung vor der Oberflächenwahl beschreiben
Gehen Personen in diesem Bereich üblicherweise mit Straßenschuhen oder barfuß? Ist Wasser zu erwarten und welche angrenzenden Flächen werden begangen? Zeichnen Sie die Nutzungsbereiche in einen Grundriss. Eine einheitliche Fliesenoptik bedeutet nicht, dass jeder Bereich dieselbe praktische Beanspruchung hat.
Unterscheiden Sie außerdem privaten Wohnraum und gewerbliche beziehungsweise öffentliche Nutzung. Die zuständige Planung ordnet die geltenden Anforderungen zu. Aus einer für Arbeitsbereiche veröffentlichten Klassentabelle wird hier keine allgemeine Mindestklasse für jedes private Bad oder jede private Küche abgeleitet.
R-Gruppe und ABC-Klasse stammen aus verschiedenen Prüfungen
Die aktuelle DGUV-FAQ unterscheidet ABC-Klassen für barfüßig begangene Böden nach Anhang A und R-Gruppen für beschuhte Nutzung nach Anhang B der DIN EN 16165. Das sind unterschiedliche Prüfbedingungen. Die DGUV verneint ausdrücklich einen automatischen Zusammenhang zwischen den Klassen.
Eine Angabe wie R10 bestätigt deshalb allein keine bestimmte Barfußklasse. Umgekehrt wird aus Klasse B nicht einfach R10 abgeleitet. Bei einer dafür relevanten gemischten Nutzung werden die zugehörigen Angaben für das tatsächlich ausgewählte Produkt geprüft. Eine optisch ähnliche Variante besitzt nicht automatisch dieselben Nachweise.
Das konkrete Produktdatenblatt zum Bereich zuordnen
Bitten Sie um das Datenblatt der genauen Fliese mit ihrer Oberflächenausführung. Notieren Sie, welche Klassifizierung vorliegt und welcher Prüfbereich damit beschrieben wird. Die Prüfkennzeichnung ist Teil der Auswahl, keine pauschale Zusicherung, unter allen Verschmutzungs-, Feuchte- und Nutzungsbedingungen nicht auszurutschen.
Appiarius kann Fliesenwahl und Nutzungsbereiche im Ausbau abstimmen. Bringen Sie Grundriss, Muster und vollständige Produktangaben mit. Besondere Anforderungen werden mit den zuständigen Fachleuten geklärt. Auch die spätere Pflege gehört zum Alltag des Belags; ein einzelner Laborwert beschreibt nicht seinen gesamten Betriebszustand.
Für die Anfrage bereithalten
- Beschuhte, barfüßige oder gemischte Nutzung markieren
- Wasserbelastung und angrenzende Flächen benennen
- Genaues Produkt samt Oberflächenvariante nachweisen
- Erforderliche Klassen am Vorhaben bestimmen lassen
Häufige Fragen
Entspricht Barfußklasse B automatisch R10?
Nein. Die DGUV beschreibt unterschiedliche Prüfungen ohne pauschale Übertragbarkeit der Klassen.
Gilt hier eine bestimmte R-Gruppe für jedes private Bad?
Dieser Beitrag legt keine allgemeine private Mindestklasse fest. Die Nutzung und die konkreten Anforderungen werden fachlich zugeordnet.