Eine alte Tür lässt sich selten allein nach dem Türblatt auswählen. Bodenaufbau, verputzte oder geflieste Wand und die Öffnungsrichtung können sich beim Umbau ändern. Diese Prüfliste hilft, die Angaben für ein fachliches Aufmaß und die spätere Auswahl vorzubereiten.

1. Die vorhandene Öffnung aufnehmen

Für jede Türstelle ein eigenes Blatt anlegen: Raum, Blickrichtung, Foto von beiden Seiten und Skizze mit Breite und Höhe der freien Wandöffnung. Breite und Höhe an mehreren Stellen messen und Abweichungen festhalten, statt einen scheinbar exakten Einzelwert zu übernehmen. Auch schiefe Laibungen, unebene Böden, alte Zargen und verdeckte Anschlüsse markieren.

Das Maß des alten Türblatts ist höchstens ein Hinweis, wenn die Zarge erhalten bleiben soll. Für eine neue Zarge zählen die tatsächliche Öffnung und das System des ausgewählten Herstellers. Vor einer Bestellung muss die beauftragte Fachperson das Aufmaß am fertigen Planstand prüfen.

2. Fertige Bodenhöhe festlegen

Die lichte Höhe der Wandöffnung wird von der Oberkante des fertigen Fußbodens aus beurteilt. Stehen Estrich, Belag oder Übergangsprofil noch aus, den geplanten Aufbau je Raum dokumentieren und die künftige Oberkante markieren. Bei unterschiedlichen Bodenhöhen auf beiden Seiten sind auch Türschwelle, Bewegungsraum und Anschlüsse zu klären.

Wer nur vom heutigen Rohboden misst, kann nach dem neuen Belag eine zu geringe Höhe oder einen störenden Abstand unter dem Türblatt erhalten. Deshalb zuerst den Bodenaufbau abstimmen und danach Türblatt und Zarge auswählen.

3. Wanddicke einschließlich Oberflächen prüfen

Die Zarge muss zur fertigen Wand passen. Dicke an der Türöffnung an mehreren Stellen aufnehmen und geplanten Putz, Fliesen oder sonstige Bekleidungen auf beiden Seiten hinzurechnen. Wechselt die Wanddicke im Bereich der Öffnung, gehört das in die Skizze. Eine vorhandene Bekleidung kann ungleiche Kanten verdecken; ihr Außenmaß ersetzt die Prüfung der Wand nicht.

4. Anschlag und Bewegungsfläche im Grundriss testen

Den Öffnungsbogen in den Grundriss einzeichnen und den Raum von beiden Seiten gedanklich begehen: Wo liegen Schalter, Heizkörper, Schränke, Treppen, benachbarte Türen und Verkehrswege? Dann Bandseite und Öffnungsrichtung eindeutig aus der vereinbarten Blickrichtung festhalten. „Links“ oder „rechts“ ohne Bezug auf diese Blickrichtung ist für eine Bestellung zu ungenau.

Prüfen, ob das geöffnete Türblatt den benötigten Durchgang einschränkt oder mit Einbauten kollidiert. Bei geänderter Raumaufteilung kann eine andere Öffnungsrichtung sinnvoll sein; sie muss mit Zarge, Beschlägen und Nutzung zusammenpassen.

5. Nutzung vor Ausstattung klären

Wer benutzt den Raum und was muss durch die Öffnung? Möbeltransport, Kinderwagen, Gehhilfe, Privatsphäre, Schallschutz, Feuchteeinwirkung und Verschließbarkeit können die Auswahl verändern. Eine gewünschte schwellenarme oder barrierefreie Nutzung sollte ausdrücklich als Planungsziel mit den betroffenen Personen festgehalten werden. Daraus folgt noch keine Zusage, dass ein einzelnes Türmaß oder Türprodukt die Anforderungen erfüllt.

Checkliste für Aufmaß und Anfrage

  • Je Türstelle: Raumbezeichnung, Fotos beider Seiten und Skizze mit Blickrichtung.
  • Wandöffnung in Breite und Höhe an mehreren Punkten; Abweichungen und vorhandene Zarge notieren.
  • Oberkante des fertigen Bodens und geplanter Belag auf beiden Seiten.
  • Fertige Wanddicke samt Putz, Fliesen oder Bekleidung; örtliche Unterschiede.
  • Öffnungsbogen, Bandseite, Schalter und mögliche Kollisionen im Grundriss.
  • Nutzung, benötigter Durchgang und besondere Anforderungen schriftlich benennen.

Bei unklarer Tragfunktion der Wand oder einer Änderung der Öffnung muss die zuständige Fachplanung vor dem Eingriff klären, was zulässig und konstruktiv möglich ist. Die Türwahl allein beantwortet diese Frage nicht.

Bestand und Nutzung zusammen denken

Schema mit drei Prüfpunkten für den Innenausbau: Grundriss und Fotos, gewünschte Nutzung sowie Anforderungen an Schallschutz und Oberflächen
Allgemeines Prüfschema für den Innenausbau. Die Grafik zeigt weder Türmaße noch ein ausgeführtes Projekt.

Grenzen dieses Ratgebers

Die Checkliste bereitet eine Entscheidung vor und ersetzt kein Aufmaß am Objekt, keine Hersteller- oder Fachplanung und keine Prüfung besonderer Nutzungsanforderungen. Normmaße, passende Zargen und Einbauumfang werden erst am konkreten Bestand und am gewählten Produkt festgelegt.

Häufige Fragen

Reicht das Maß der alten Tür für die Bestellung?

Nein. Zuerst müssen die vorhandene Wandöffnung, die fertige Bodenhöhe, die Wanddicke mit Oberflächen und die gewählte Zarge zusammenpassen.

Wann lege ich den Anschlag fest?

Vor der Auswahl von Türblatt und Zarge. Im Grundriss werden Bandseite, Öffnungsrichtung und mögliche Kollisionen mit Möbeln, Lichtschaltern und benachbarten Türen geprüft.

Ist eine neue Innentür automatisch barrierefrei?

Nein. Die erforderliche Nutzung und die einschlägigen Anforderungen müssen für den konkreten Wohnraum geplant und geprüft werden.

Quellen und weiterführende Hinweise

Die Fachinformationen dienen zur Einordnung des Aufmaßes und besonderer Nutzungsanforderungen. Herstellerangaben sind ein technisches Beispiel und keine Produktempfehlung.