Soll eine neue Rohr- oder Kabelleitung durch eine Wand oder Decke mit Feuerwiderstandsanforderung geführt werden, ist das Loch allein kein fertiger Anschluss. Zuerst müssen die Anforderung an das Bauteil, Art und Anzahl der Leitungen sowie eine dafür nachgewiesene Abschottungsbauart fachlich geklärt werden.
Warum das für Ihr Vorhaben wichtig ist
Eine Treppenöffnung verändert Tragwerk und Rettungsweg. Diese Seite behandelt die brandschutztechnische Trennung an einer Leitungsdurchführung. Auch ein kleiner Wanddurchgang kann eine andere fachliche Entscheidung verlangen als ein allgemeiner Innenausbau.
Welche Wand oder Decke wird durchdrungen?
Sammeln Sie Brandschutzkonzept, Bestandspläne und Angaben zur betroffenen Wand oder Decke. Ob ein Bauteil eine Feuerwiderstandsanforderung hat und welche, ist am Gebäude fachlich zu klären; die sichtbare Materialoberfläche reicht dafür nicht. Vorhandene Leitungen und frühere Öffnungen gehören in dieselbe Bestandsaufnahme.
Das DIBt beschreibt Rohr-, Kabel- und Kombiabschottungen für Leitungen durch feuerwiderstandsfähige Wände und Decken. Die Abschottung soll die Übertragung von Feuer, Rauch oder Temperatur in andere Bereiche verhindern.
Welche Leitungen werden geführt?
Material, Durchmesser, Bündelung und Abstand vorhandener wie neuer Leitungen beeinflussen die zulässige Bauart. Eine Produktliste allein sagt nicht, ob ein System mit diesem Bauteil und dieser Belegung angewendet werden darf.
Die konkrete allgemeine Bauartgenehmigung oder andere anwendbare Nachweise müssen zum geplanten Aufbau passen und von der zuständigen Fachplanung beziehungsweise Ausführung geprüft werden. Diese Seite nennt bewusst kein universelles Abschottungsprodukt.
Wie bleibt der Schutz während und nach dem Umbau erhalten?
Wird ein bestehender Abschluss geöffnet, ist auch der Bauzustand zu planen. Offene Durchführungen dürfen nicht unbemerkt als fertige Trennung verbleiben. Dokumentation von Lage, Leitungsbelegung und ausgeführtem System gehört zum späteren Nachweis.
Appiarius kann eine Bauanfrage und Unterlagen aufnehmen. Der Beitrag ist keine Brandschutzplanung und keine Zusage, dass Appiarius eine bestimmte Abschottung herstellen oder abnehmen wird.
Für die fachliche Vorprüfung zusammentragen
- Brandschutzkonzept und Bauteilplan
- Lage der neuen und vorhandenen Leitungen
- Wand- oder Deckenaufbau
- Leitungsart, Material und Durchmesser
- Nachweis und Dokumentation der vorgesehenen Abschottung
Typische Fehler
- Öffnung ohne passende Abschottung belassen
- beliebigen Schaum als brandschutzwirksam ansehen
- eine Zulassung ohne Abgleich des Anwendungsbereichs übertragen
Grenzen dieses Ratgebers
Dieser Beitrag dient der fachlichen Orientierung. Er ersetzt keine Statik, Genehmigungsplanung, Rechtsberatung, Baugrunduntersuchung oder Prüfung durch die jeweils zuständigen Fachpersonen. Bei einem konkreten Vorhaben müssen Bestand, Standort, Unterlagen und Ausführungsbedingungen vor Ort bewertet werden.
Häufige Fragen
Ist jede Rohrmanschette für jede Wand geeignet?
Nein. Bauteil, Leitung und Anwendungsnachweis müssen zusammenpassen.
Genügt ein verschlossenes Loch?
Nicht allein. Die geforderte brandschutztechnische Wirkung und der Nachweis der Bauart sind zu prüfen.
Quellen und weiterführende Hinweise
Die folgenden öffentlichen Fachinformationen wurden für die sachliche Einordnung herangezogen. Maßgeblich bleibt der aktuelle Stand der Quelle und die Prüfung des Einzelfalls.