Rektifizierte Fliesen werden nicht automatisch fugenlos verlegt. Stimmen Sie die normale Belagsfuge anhand der konkreten Herstellerhinweise ab und zeichnen Sie sie im Raster mit. Eine optisch ruhige, schmale Fuge ist eine andere Aussage als eine technisch vollständig entfallende Fuge.

Vier Prüfschritte: Kante bemustern; Vorgaben prüfen; Fuge festlegen; Raster zeichnen
Aufnahme in vier Schritten. Die konkrete Ausführung wird am vorhandenen System geprüft.

Die gewünschte durchgehende Optik genau beschreiben

Zeigen Sie ein Muster der ausgewählten Fliese mit ihrer Kante. Soll die Fuge möglichst wenig auffallen, helfen Muster nebeneinander mit dem gewünschten Fugenfarbton. Ein einzelnes Fliesenfoto lässt weder die fertige Fugenbreite noch die Rasterwirkung im Raum erkennen.

Notieren Sie das genaue Produkt und die Oberflächenausführung. Begriffe wie rektifiziert oder optisch durchgehend ersetzen keine Verlegevorgabe. Die tatsächliche Breite wird vor der Bestellung mit dem Fachbetrieb abgestimmt und bleibt in der Belagsplanung sichtbar, auch wenn sie farblich zurückhaltend gestaltet wird.

Die Verlegehinweise gehen dem Produktfoto vor

Die aktuellen Marazzi-Verlegehinweise schließen eine Verlegung ohne Fuge aus. Sie nennen für ihre rektifizierten Fliesen mindestens 2 mm und für nicht rektifizierte mindestens 3 mm. Diese Angaben sind herstellerbezogene Untergrenzen; sie sind keine hiermit festgelegte Universalbreite für jede Fliese und jedes Objekt.

Fragen Sie nach den Anforderungen des konkret ausgewählten Materials und des Verlegeaufbaus. Eine schmale Musterfuge wird nicht ungeprüft auf ein anderes Format oder Produkt übertragen. Auch gestalterische Texte über fast unsichtbare Übergänge setzen die ausdrücklich formulierten Verlegehinweise nicht außer Kraft.

Die normale Fuge im Raster berücksichtigen

Zeichnen Sie die vereinbarte Belagsfuge in das Raster bis zu Türen, Ecken und Einbauten ein. Sie beeinflusst die Lage der Fliesenränder und Zuschnitte. Eine tatsächlich vorhandene konstruktive Bewegungsfuge bleibt eine zusätzliche Aufgabe und wird nicht mit dieser normalen Fugenbreite verrechnet.

Appiarius kann Fliesenraster und Materialwahl im Ausbau abstimmen. Bringen Sie Produktblatt, Muster und einen Grundriss mit. Vor der Verlegung werden Breite und Erscheinungsbild der Fuge bestätigt, damit „möglichst durchgehend“ nicht erst auf der Baustelle als Wunsch nach einer ungeeigneten fugenlosen Ausführung verstanden wird.

Für die Anfrage bereithalten

  • Genaues Fliesenprodukt mit Kantenmuster auswählen
  • Herstellerbezogene Verlegehinweise prüfen
  • Belagsfugenbreite und Farbwirkung bemustern
  • Raster samt notwendigen Bewegungsfugen zeichnen

Häufige Fragen

Bedeutet rektifiziert eine Verlegung ganz ohne Fugen?

Nein. Die gelesenen Marazzi-Verlegehinweise schließen die fugenlose Verlegung ausdrücklich aus.

Sind 2 mm die passende Fuge für jede Fliese?

Nein. Die genannte Untergrenze gehört zu den Marazzi-Hinweisen. Die konkrete Auswahl berücksichtigt Produkt und Aufbau.

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Fachquellen