Legen Sie bei einem sichtbaren Brettschichtholzträger die gewünschte Oberflächenqualität vor der Bestellung fest. Sichtqualität bedeutet keine astfreie oder dauerhaft rissfreie Oberfläche; besondere Kanten, Füllmassen oder spätere Beschichtungswünsche werden zusätzlich beschrieben.
Die sichtbaren Seiten im Bauteilplan markieren
Bei einem offen sichtbaren Holzträger ist neben dem statisch festgelegten Bauteil seine spätere Ansicht wichtig. Markieren Sie im Plan, welche Seiten sichtbar bleiben und aus welchem Abstand sie betrachtet werden. Der gewünschte Eindruck lässt sich damit genauer besprechen als mit dem Wort hochwertig allein.
Die Studiengemeinschaft Holzleimbau beschreibt für Brettschichtholz Industrie- und Sichtqualität und empfiehlt, die gewünschte Beschaffenheit in der Leistungsbeschreibung zu spezifizieren. Diese Auswahl betrifft die Oberflächenqualität des konkreten Bauteils. Die statische Bemessung und die erforderliche Festigkeitsklasse bleiben eigene Vorgaben der Tragwerksplanung.
Sichtqualität an konkreten Merkmalen besprechen
In der beschriebenen Sichtqualität sind beispielsweise fest verwachsene Äste und bestimmte ausgebesserte Stellen vorgesehen. Die Oberfläche wird als gehobelt und gefast beschrieben. Ein Muster oder eine bebilderte Abstimmung hilft, die erwartete Holzansicht einschließlich möglicher Astmerkmale verständlich festzuhalten.
Auch feine Schwindrisse können infolge von Klimaschwankungen sichtbar werden. Bei einer farbigen Oberflächenbehandlung können sie durch den Kontrast deutlicher auffallen. Die Auswahl der Sichtqualität ist deshalb keine Zusage einer dauerhaft völlig geschlossenen Oberfläche und ersetzt bei einem auffälligen bestehenden Träger keine fachliche Untersuchung.
Kanten und spätere Beschichtung mitbestellen
Weitergehende Wünsche werden ausdrücklich ergänzt. Die Quelle nennt etwa breitere Fasen sowie, falls erforderlich, überstreichbare Füllmassen als gesondert zu beschreibende Anforderungen. Wenn später gestrichen werden soll, sollten Oberfläche, Ausbesserungsmaterial und geplanter Beschichtungsaufbau vor der Bestellung zusammen abgestimmt sein.
Für eine Anfrage an Appiarius helfen Bauteilplan, sichtbare Seiten und ein Beispiel der gewünschten Ansicht. Bei einem Austausch werden zusätzlich Anschlüsse und Bestand aufgenommen. Im Angebot können dann das fachlich festgelegte Bauteil und die gewünschte Oberflächenbearbeitung eindeutig zusammen beschrieben werden.
Für die Anfrage bereithalten
- Sichtbare Bauteilseiten markieren
- Oberflächenqualität ausdrücklich benennen
- Erwartete Ast- und Ausbesserungsansicht bemustern
- Kanten und spätere Beschichtung zusätzlich abstimmen
Häufige Fragen
Bedeutet Sichtqualität ein astfreies Holzbild?
Nein. Die beschriebene Sichtqualität enthält zulässige natürliche Merkmale und bestimmte Ausbesserungen. Besondere Wünsche werden zusätzlich vereinbart.
Gehört eine breite Fase automatisch dazu?
Weitergehende Kantenwünsche sollten ausdrücklich beschrieben werden; die Quelle unterscheidet sie von der üblichen leichten Fase.