Zwei Produkte, zwei unterschiedliche Schichtaufbauten
Sika nennt MonoTop-535 Seal eine starre mineralische Beschichtung. Sie ist für innen und außen sowie für die wasserzugewandte und wasserabgewandte Seite vorgesehen, ausdrücklich auch für Keller. Für die Innenabdichtung feuchtebelasteten Mauerwerks nennt die Verbrauchstabelle mindestens 2 mm Trockenschichtdicke. Empfohlen sind 2 bis 3,5 mm, mehrlagig höchstens 5 mm. Starre Abdichtung und Rissüberbrückung sind dabei keine gleichbedeutenden Eigenschaften: Klaffende Risse dürfen im vorbereiteten Untergrund nicht verbleiben.
Geeignete Flächen sind nach Sika gefügedichter Beton ab C 12/15, Putz der Kategorien CS III oder CS IV sowie vollfugiges, mit Zementmörtel hergestelltes Kalksandsteinmauerwerk. Hütten- und Betonhohlblocksteine benötigen zuvor einen Putz dieser Kategorien. Die Wand wird vorgenässt und mattfeucht gehalten, darf aber keinen Wasserfilm tragen. Innenkanten werden als Hohlkehlen ausgebildet. Beim Handauftrag gelten maximal 2 mm je Arbeitsgang. Diese Bedingungen sind wesentlich: Eine beliebige alte Kellerwand darf nicht ohne Vorbereitung mit dem Produkt überzogen werden.
Wann ist ein Dichtputz ein anderer Weg?
Remmers beschreibt WP Top als wasserundurchlässigen Werktrockenmörtel zur Innenabdichtung im eigenen System und zur Egalisierung mineralischer Flächen. Wasserundurchlässigkeit wird ab 20 mm Trockenschichtdicke angegeben. Für die benannte Beanspruchung mit 0,3 bar Wasserdruck fordert die Quelle mindestens 20 mm in zwei Arbeitsgängen beziehungsweise Lagen. Die allgemeine mögliche Lage von 10 bis 30 mm hebt diese besondere Mindestanforderung nicht auf.
Bei WP Top verlangt Remmers das Entfernen von Putz und Beschichtungen mindestens 80 cm über der Schadenszone oder bis zu einer durch Untersuchung festgelegten Grenze. Geschädigte Fugen werden ungefähr 2 cm tief ausgekratzt. Die Fläche muss tragfähig, sauber und frei von Trennmitteln sein. Bei Salzbelastung nennt der Hersteller eine bei Bedarf abweichende Vorbehandlung. Eine Haftbrücke kann aus dem Produkt selbst oder aus den beschriebenen Systemalternativen bestehen. Gipshaltige Untergründe sind ausgeschlossen. Probeflächen werden ausdrücklich gefordert.
Wie fällt die Entscheidung im vorhandenen Keller?
Stellen Sie der Fachprüfung drei Fragen: Ist das Wandmaterial für den vorgeschlagenen Aufbau geeignet, welche Wasserbelastung wird zugrunde gelegt, und wie schließt die Abdichtung an die angrenzenden Bauteile an? Die unterschiedlichen Mindestdicken zeigen bereits, warum Angebote mit dem Sammelbegriff „Kellerwand verputzen“ kaum vergleichbar sind. Lassen Sie Abdichtung, Untergrundreparatur und spätere Oberfläche getrennt benennen. Die gewählte Wandfläche sollte außerdem zum geplanten Nutzungsbereich passen. Remmers weist darauf hin, dass die von innen abgedichtete Wand weiterhin feucht bleibt. Eine Innenabdichtung ist daher keine Trockenlegung des gesamten Mauerwerks; diese Grenze muss bei Systemwahl und Kellernutzung berücksichtigt werden.
Was können Eigentümer selbst einschätzen?
Vom zugänglichen Raum aus lässt sich beobachten, ob Schäden nach Regen auftreten oder auf einen Wandabschnitt beschränkt bleiben. Das ist ein Hinweis für die Untersuchung, noch kein Nachweis der Ursache. Wiederkehrende nasse Stellen, abplatzende Oberflächen und offene Risse gehören zum Fachbetrieb. Eine scheinbar trockene neue Farbschicht erlaubt keine Beurteilung der darunterliegenden Abdichtung. Verzichten Sie vor der Aufnahme auf überdeckende Renovierungen, damit das Schadensbild erkennbar bleibt.
Innenabdichtung besprechen
Für den ersten Kontakt nennen Sie Bauort, gewünschte Kellernutzung und betroffene Bereiche. Ein Foto von Wand und Bodenanschluss sowie bekannte frühere Maßnahmen genügen als Einstieg. Die Systemwahl erfolgt nach der Untersuchung des Bestands.
