Was verrät das Schadensbild?
Betrachten Sie vom Boden aus, ob sich der Fehler auf die Beschichtung beschränkt oder auch der Putz geöffnet ist. Bleibt ein feiner Riss unverändert, lässt er sich zunächst beobachten. Wird er länger, öffnet er sich erneut nach einer Reparatur oder kommen Feuchtespuren hinzu, gehört die Ursache in eine Fachprüfung. Ein einzelnes Foto kann eine Bewegung im Untergrund nicht ausschließen. Der Betrieb unterscheidet tragfähige Flächen, Fehlstellen und Anschlüsse, bevor er einen Reparaturaufbau auswählt.
Wann reicht ein Reparaturspachtel?
Sika beschreibt Sikacryl Struktur für Risse in Putz und Mauerwerk mit geringen Bewegungen, im Innenbereich ebenso wie außen. Gerade diese Einschränkung ist wichtig: Das Material ist kein allgemeines Verfahren für beliebig bewegte Fassadenrisse. Die körnige Masse kann nach vollständigem Trocknen überputzt oder mit handelsüblichen Farben überstrichen werden. Wer die Oberfläche sofort schließt, überspringt eine ausdrücklich genannte Bedingung.
Die Haftfläche muss laut Hersteller trocken, fest und frei von Staub, Fett, Öl und losen Bestandteilen sein. Schlecht haftende Farbe und Zementhaut werden zuvor entfernt. Für poröse oder stark saugende Flächen nennt Sika eine Vorbehandlung aus drei Teilen Produkt und einem Teil Wasser. Bei Kunststoffen und lackierten Flächen empfiehlt der Hersteller einen Verträglichkeitstest. Diese Unterschiede erklären, weshalb derselbe Spachtel auf zwei Fassaden nicht automatisch gleich funktioniert. Die Untergrundtemperatur muss zwischen 5 und 30 °C liegen und mindestens 3 °C über dem Taupunkt, die Lufttemperatur zwischen 5 und 35 °C.
Was leistet eine flächige Armierung?
Knauf nennt für SM700 Pro mehrere Anwendungen: Renoviermörtel, Haftbrücke und Oberputz sowie Klebe- und Armiermörtel im passenden Dämmsystem. Eine Sanierung kann also mehr sein als das punktuelle Füllen. Die Rollen dürfen dennoch nicht verwechselt werden. Beim Armieren verlangt der Hersteller vollständig überdecktes Gewebe im äußeren Drittel der Lage und mindestens 100 mm Überlappung an den Stößen. An Öffnungsecken gehört zusätzlich eine Diagonalarmierung in den Nassmörtel, außer beim dafür vorgesehenen Gewebeeckwinkel Sturzecke.
Die genannte Armierschicht beträgt auf Unterputzen ungefähr 4 mm, auf Wärmedämm-Verbundsystemen 5 bis 7 mm. Mineralischer Oberputz folgt erst nach mindestens einem Tag Standzeit je Millimeter. Pastöser Oberputz braucht vollständige Trocknung und mindestens zehn Tage Standzeit; zusätzlich empfiehlt Knauf dafür Quarzgrund. Feuchtkaltes Wetter kann diese Zeiten verlängern. Für das Egalisieren als Renoviermörtel nennt Knauf maximal 10 mm. Das sind Bedingungen dieses Produkts, keine pauschale Reparaturanleitung für jede Altfassade.
Typische Fehler und sinnvoller nächster Schritt
Nur die Risslinie überzustreichen, haftende und lose Bereiche gleich zu behandeln oder Armierungsgewebe sichtbar liegen zu lassen, passt nicht zu den beschriebenen Systembedingungen. Ebenso sollte eine Armierung nicht ohne Ursachenklärung als Lösung für einen wiederkehrenden Riss gewählt werden. Eigenständig können Sie zugängliche Stellen beobachten und Veränderungen datieren. Öffnen, Schleifen und Arbeiten am Gerüst gehören zum vereinbarten Fachumfang.
Putzreparatur anfragen
Für die Anfrage genügen Bauort, eine Gesamtaufnahme und ein Detailfoto mit Größenvergleich. Nennen Sie frühere Reparaturen und sichtbare Veränderungen. Über unseren Kontaktweg besprechen wir die Aufnahme und den Umfang der Putzarbeiten.